6. Waldfee - Elena

2009/2010

im Februar 2009
An einem verschneiten Nachmittag entschließe ich mich mit meiner kleinen Nichte einen gemütlichen DVD Abend zu machen. Natürlich dürfen dabei ein paar Knabbereien und Süßigkeiten nicht fehlen. Also gehen wir in diese Bäckerei, wo mir sofort die Anzeige von Friseur Wommelsdorf ins Auge fällt. Diese suchen nämlich Modelle für eine Weiterbildung für Friseure. Da ich sowieso bald zum Friseur wollte, denke ich mir, die Gelegenheit darfst du dir doch nicht entgehen lassen.

An diesem besagten Tag sitze ich nichts ahnend beim Friseur und warte darauf bis ich endlich mit Styling dran bin. Sonja Köhler von der BWT in den Salon und erzählt uns, dass Sie noch auf der Suche nach der 6. Briloner Waldfee ist. Meine Öhrchen wurden ganz spitz und das Interesse daran immer mehr und mehr.

Zu Hause angekommen, informierte ich mich sofort auf der Homepage der Briloner Waldfee was diese denn so für interessante Sachen erlebt. Darauf hin habe ich mich beworben. Mit großer Spannung wartete ich auf die auf die Antwort. Erst wurde ich zu einem persönlichen Gespräch in einer kleinen Runde eingeladen. Mir schossen tausend Fragen durch den Kopf und vor allem die Frage ob ich für das Amt auch wirklich geeignet bin und ob ich gewählt werde.

Ich habe wirklich jeden Tag auf die Antwort gewartet, als wenn man auf seine Testergebnisse nach der Prüfung wartet. Sie machten es auch spannend. Ich wurde dann noch mal zu einem Zusammentreffen mit dem gesamten Arbeitskreis eingeladen. Da kamen mir schon die ersten Glücksgefühle hoch. Aber genau wusste ich es ja noch nicht. Nach dem Treffen kam dann der erlösende Anruf von Sonja: "Du bist unsere neue Waldfee!" Ich habe Luftsprünge gemacht. Das glaubt ihr gar nicht!!!!!!

Dienstag, 17. März 2009
Heute war ich bei der Kleideranprobe Annette Kemmerling und ihrer Mutter. Das Kleid habe ich zum ersten Mal live gesehen. Und es ist überwältigend. Diese Stoffe, die Verarbeitung - einfach alles. Und ich darf dieses Kleid für ein Jahr anziehen. Am liebsten würde ich es gar nicht mehr ausziehen. Aber leider eignet es sich nicht zum Schlafen ? Es ist wirklich toll. Annette und ihre Mutter machten sich sofort an die Arbeit, was natürlich mit einem Gläschen Sekt noch viel schöner ist. Dabei stellten wir fest, dass ich etwas kleiner bin als meine Vorgängerinnen. Aber alles kein Problem. Die beiden Profis haben wirklich schnell eine gute Lösung gefunden. Und es sieht immer noch toll aus. Heute hab ich auch schon mein erstes Fotoshooting hinter mir. Ich hoffe, es sind ein paar gute dabei ?

Ende dieser Woche habe ich mein erstes richtiges professionelles Fotoshooting vor mir. Man bin ich aufgeregt. Das bin ich sowieso jeden Tag eigentlich. So wenn ich durch Brilons Straße gehe, denke ich mir, wie es wohl sein wird, dies als Waldfee zu tun. Aber das werde ich ja schon bald erfahren.

Eine Waldfee auf freier Flur
Eine Waldfee auf freier Flur
Willi Schmidt (Fotostudio Schmidt) hat an einem sonnigen Frühlingstag unsere Waldfee abgelichtet.
Willi Schmidt (Fotostudio Schmidt) hat an einem sonnigen Frühlingstag unsere Waldfee abgelichtet.
 

Sonntag, 05. April 2009
"Heute ist es soweit!" denke ich mir, als mein Wecker klingelt. Geschlafen habe ich allerdings noch gut und wirklich aufgeregt bin ich auch noch nicht. Irgendwas stimmt nicht mir dir, denke ich nur. Aber vielleicht liegt es auch da dran, dass ich mit keinem drüber sprechen kann….

Um 12.30 Uhr muss ich beim Friseur sein. Jessica von Friseur Wommelsdorf macht extra für mich an einem Sonntag den Salon auf und macht mich für meinen großen Auftritt schön. Das gibt einem schon ein sehr schönes Gefühl. Die Nervosität steigt doch so langsam. Die Hände fangen schon so langsam an zu zittern, als ich mich mit Jessica über den heutigen Ablauf unterhalte.


Jessica, vom Friseur- und Kosmetikstudio Wommelsdorf, bereitet die Fee für ihren großen Auftritt vor!
Jessica, vom Friseur- und Kosmetikstudio Wommelsdorf, bereitet die Fee für ihren großen Auftritt vor!

Zu Hause angekommen, hatte ich noch ein paar Minuten, bis Annette vorbei kommt um mir beim anziehen des Kleides zu Helfen. Und danach geht es auch schon ins Rathaus, durch den Hintereingang. Bis es offiziell gemacht wird habe ich noch ein paar Minuten Zeit um meine ersten Autogrammkarten zu unterschreiben. Das ist ja eigentlich nicht so schwer, doch wenn die Hände zittern kann man schlecht schreiben.

Je näher ich dem Augenblick des offiziellen Teiles komme umso nervöser werde ich. Mittlerweile zittere ich am ganzen Körper. Es war unglaublich. Die Aufregung war nicht mehr zu verstecken. Zum Glück tauscht der Bürgermeister ein paar nette Worte mit mir und macht mir Mut: "Wir machen das schon!" Sagt er. Und irgendwie hilft es auch. Meine Vorgängerinnen sind auch schon eingetroffen. Nach einem Gläschen Sekt fühlte ich mich gleich ein bisschen entspannter und auch gleich im "Club" der Waldfeen integriert. Es ist ein sehr schönes Erlebnis.

Nach der Verabschiedung von Nadine Hüssen, 5. Briloner Waldfee, kommt mein Part des offiziellen Teiles. Wie immer fällt mir nichts mehr ein, was ich sagen könnte. Als ich vorne bei unserem Bürgermeister, Herrn Schrewe stehe und er mir den Feenstab überreicht ist meine Freude riesig, allerdings ist die Aufregung noch riesiger. Mit meiner zitternden Stimme versuche ich noch ein paar Worte ins Mikrofon zu sprechen und hoffe innerlich, dass es alle verstehen können.

Mir ist ein Stein vom Herzen gefallen, wo ich die positive Reaktion der Menschen gesehen habe. Beim Spaziergang durch die Bahnhofstraße sehe ich strahlende Kinderaugen die nach einem Autogramm von mir Fragen. Und wie durch Zauberhand verfliegt die ganze Nervosität und die Aufregung, als würde ich schon seit ein paar Jahren Autogrammkarten schreiben ...

 
 

Samstag, 25. April 2009
Heute ist mein erster offizieller Auftritt auf dem Marktplatz in Brilon. Ich bin total aufgeregt. Aber zum Glück hat der Moderator mir schon ins Gästebuch geschrieben und mir ein bisschen Mut gemacht. Als ich dort antreffe, in Begleitung mit Annette Kemmerling, war es dann halb so wild. Sie hat mich ganz toll unterstützt und mir beruhigende Worte zugesprochen.

Auf der Bühne hatte ich ganz nette Herren und natürlich auch den Showmaster Herr Matten dabei. Als ich beim dritten Mal hintereinander ein Los mit einer Gewinnerin aus dem "Kasten" ziehe, wird Herr Matten natürlich skeptisch und stellt mir eine ganz simple Frage: "Sagen Sie, mögen Sie eigentlich keine Männer?" So schnell fiel mir dann nur folgendes ein: "Naja, nicht alle!" Ich weiß nicht ob das die richtige Antwort auf die Frage war. Die Frauen hat es denk ich mal gefreut und ich die denke, dass diese Frauen ja auch Männer zu Hause haben, die sich über die Sachpreise sehr gefreut haben.

Ziehung der Gewinner der Tombola und Preisverleihung auf dem Briloner Autosalon.
Ziehung der Gewinner der Tombola und Preisverleihung auf dem Briloner Autosalon.

Samstag, 09. Mai 2009
Um 09.00 Uhr morgens beginnt die Spargelschälaktion auf dem Briloner Marktplatz. Also musste ich heute schon früh aus den Federn. Naja alles halb so wild, ist ja für den guten Zweck, denke ich. Wir sammeln heute für die Aktion "Lichtblicke" des Radio Sauerlands spenden. Der Köcheclub schält den eben gekauften Spargel gegen eine Spende und dabei kann man noch eine leckere Spargelcremesuppe ausprobieren. Ich habe mich so gegen ca. 10.00 Uhr auf die Leute "gestürzt" um von unserer gemeinsamen Aktion zu erzählen. Über jeden Besucher beim Köcheclub habe ich mich riesig gefreut. Schließlich war es für einen guten Zweck.

Nach der Spargelschälaktion holt mich Wilfried Stockebrand vom Marktplatz ab und gemeinsam machen wir uns auf den Weg zum SoVD (Sozial Verbund Deutschland). Heute ist nämlich Tag der offenen Tür des SoVD. Das Schöne da dran war, die Menschen kamen teilweise von außerhalb und sie guckten ganz erstaunt als sie mich gesehen haben. Ich denke Sie werden Brilon sehr positiv in Erinnerung behalten.

Die Waldfee schält mit dem Club der Köche Spargel für einen guten Zweck!
Die Waldfee schält mit dem Club der Köche Spargel für einen guten Zweck!

Montag, 11.05.2009
"Lecker in der Lokalzeit"


Letzte Woche habe ich erfahren, dass ich tatsächlich ins Fernsehen komme. Das ist unglaublich. Ich bin ja nicht schüchtern oder scheu. Aber im Fernsehen ausgestrahlt werden. Also das war meine größte Angst. Was heißt Angst, ich bin einfach nur aufgeregt.

Um Ein Uhr Mittags fahr ich mit Sonja los. Unser Ziel ist Langenscheid bei Sundern. Dort befindet sich das Hotel "Seegarten" und direkt nebenan die beste, mir bekannte, Cocktailbar "El diablo". Zufälligerweise war ich dort schon mal bei einem Seminar vor ca. einem Jahr. Dort angekommen bin ich noch ziemlich ruhig. Von Aufregung ist noch nichts zu spüren.

Wir werden sehr freundlich empfangen und sofort fühl ich mich wohl. Ich meine, ich werde gleich mit dem Fernsehkoch Olaf Baumeister kochen, der mir auch sehr sympatisch erscheint. Nach einem Kaffee ziehe ich nun mein Kleid an, damit die Dreharbeiten auch losgehen können. Es ist sehr aufregend, so etwas mit zu erleben.

Olaf macht das ganz professionell und trotzdem ist er dabei sehr natürlich. Er macht das ja auch nicht zum ersten Mal. Er hat auch sofort die perfekte Idee dafür, was wir kochen können. Aus unserem Waldfeen Likör "Waldfeenblut" machen wir eine karamellisierte Soße, dazu Rehrücken mit Waldpilzen und selbst gemachte Nudeln mit Waldkräutern. So langsam fange ich auch an nervös zu werden, denn alle begeben sich in Position.

Der Kameramann der Tontechniker und der "Regisseur". Und schon geht's los, bevor ich es wirklich merke, sind die ersten Minuten schon im "Kasten". Zwischendurch bekomme ich eine zittrige Stimme. Also wenn die Kamera direkt auf einen gerichtet ist kann das halt schon mal passieren.

Bevor ich jedoch in Panik verfalle ist das Gericht schon fertig und ich hoffe auch dass ein paar gebrauchbare Kommentare bzw. Szenen von mir im "Kasten" sind. Die Nudeln sind einfach super Lecker und der Rehrücken schön Medium gebraten.

Ich habe durch diesen Tag so viele Eindrücke gesammelt, die ich in meinem ganzen Leben nicht vergessen werde. So einen Drehtag hat man ja auch nicht jeden Tag ?

Die Waldfee kocht für die WDR-Lokalzeit "Lecker" mit dem TV-Koch Olaf Baumeister
Die Waldfee kocht für die WDR-Lokalzeit "Lecker" mit dem TV-Koch Olaf Baumeister
Mahlzeit!
Mahlzeit!
Immer mit dabei: Die Kamera
Immer mit dabei: Die Kamera
...und so siehts aus!
...und so siehts aus!
 

Sonntag, 17.05.2009
Eröffnung des Blindenpfades und Tag der offenen Tür beim Golfclub
Um kurz vor elf holt mich Herr Stockebrand von zu Hause ab. Der Blindenpfad ist ein sehr wichtiger Ort in Brilon. Er ist der längste und der erste in ganz Deutschland. Die Blinden haben hier die Möglichkeiten etwa 4,5 km ganz alleine einen Wanderweg zu gehen. Dies ist sehr wichtig für die Menschen, den dadurch verspüren sie Selbstständigkeit, und deren Partner haben auch mal eine kurze Auszeit verdient. Diesen Paaren und Menschen gehört mein größter Respekt. Im Haus, das vor Jahren für Kriegsblinde eröffnet wurde, gibt es eine Ausstellung über Hilfsmittel für Blinde. Ich kann mir nicht vorstellen wie das ist nichts sehen zu können. Es ist doch schade wenn man die wunderbaren Farben unserer Welt nicht sehen kann. Zugleich bin ich überwältigt davon wie Blinde in unserer Gesellschaft ihr Leben meistern. Im Haus der Kriegsblinden ist auch alles Blindengerecht eingerichtet um noch ein bisschen Selbstständigkeit den blinden Menschen zu ermöglichen. Der Blindenpfad wurde nach dem verheerenden Sturm "Kyrill" durch viele Helfer wieder in Stand gesetzt und ich habe die Ehre diesen mit dem Bürgermeister zu Eröffnen.

Nach diesem schon sehr erfahrungsreichem Morgen, schauen wir noch mit Herr Stockebrand und seiner Ehefrau im Golfclub vorbei. Dieser hat heute Tag der offenen Tür.

Zum ersten Mal in meinem Leben schwinge ich einen Golfschläger, nachdem ich eine sehr professionelle Einweisung vom Trainer erhalten habe. Ich muss sagen, dafür dass ich das das erste Mal mache, gelingt mir das ganz gut.

Ich verbringe noch ein paar schöne Stunden mit dem Präsidenten den Golfclubs und seinen Freunden.

Unsere Waldfee fährt den Präsidenten des Golfclubs, Peter Stickel, über das Grün.
Unsere Waldfee fährt den Präsidenten des Golfclubs, Peter Stickel, über das Grün.
Die Waldfee hat Spass beim Golf
Die Waldfee hat Spass beim Golf
 


Samstag, 23.05.2009
Start des Rothaarsteiglaufs in Brilon
Heute habe ich einen relativ kurzen Termin, denke ich mir, als ich mich auf dem Weg zum Brunnen in der Stadt mache. Hier fällt der Startschuss für den Rothaarsteiglauf. Die Läufer haben noch einen sehr langen Weg vor sich, ganze 42 km vor sich. Sie laufen bis nach Winterberg. Oh man, ich glaube das wäre nichts für mich ;-)

Nachdem der Bürgermeister den Startschuss gegeben hat, werde ich von Dr. Bub angesprochen, dem Vorsitzendem des Forstamtes angesprochen. Heute sind die Rotarier aus Frankreich da und Dr. Bub hat sich gedacht, dass diese sich bestimmt über eine Begrüßung der Briloner Waldfee freuen würden. Ich finde, dass dies eine super Idee ist, und diese Zeit habe ich noch. Die Rotarier waren auch sehr erfreut mich zu sehen, und ich ebenfalls sie zu Begrüßen.

Bevor mich Dr. Bub "entführt" hat, habe ich mich noch auf einen kurzen Termin mit Bürgermeister Schrewe verabredet.

In der Aula des Petrium Gymnasiums ist heute eine Feier. Das Dorf Majorowka, dieses liegt im nördlichen Kasachstan, feiert sein 100 jähriges Jubiläum. Die meisten Bewohner dieses Dorfes wohnen heute in Brilon. Sie sind, genauso wie ich mit meinen Eltern, nach der Wende in ihr Heimatland Deutschland zurückgekommen. Sie haben nämlich alle Deutsche Vorfahren. In Majorovka lebten 90 % Deutsche.

Zur Feier des Tages haben sich viele Bewohner aus ganz Deutschland versammelt. Für mich ist es ein besonderer Moment, als Herr Schrewe mich den Gästen vorstellt. Ich habe auch kurz ins Mikrofon gesprochen, auf Russisch natürlich. Die Gäste haben dies nicht erwartet und sind sehr überrascht als ich auf Ihrer Muttersprache spreche. Wir bekommen einen großen Applaus und eine kleine Kostprobe der selbst gemachten Leckereien.

Den ganzen Tag lassen wir mit Herr Schrewe bei einem Klassentreffen abklingen. Ein 40 jähriges Klassentreffen der Abiturienten. Herr Schrewe hat mich kurzer Hand zu diesem Treffen mitgenommen. Es ist eine gelungene Überraschung, würde ich sagen, als ich die Gesichter der Abiturienten sehe.

tartschuss zum Rothaarsteiglauf von Brilon nach Winterberg
tartschuss zum Rothaarsteiglauf von Brilon nach Winterberg
Kasachen feiern das 100-jährige Bestehen ihres Heimatdorfes
Kasachen feiern das 100-jährige Bestehen ihres Heimatdorfes
Landeslager der Waldjugend in Peterborn
Landeslager der Waldjugend in Peterborn
Im Eiscafé Venezia gibt es das Waldfee-Eis! Lecker!
Im Eiscafé Venezia gibt es das Waldfee-Eis! Lecker!

Mittwoch, 17. Juni 2009
Aufbruch zu den Hanstagen
Jetzt geht es los. Auf meine aufregende Reise nach Nowgorod zu den internationalen Hansetagen. Also um zwei Uhr morgens ohne Schlaf kann ich noch nicht behaupten, dass ich wirklich nervös oder aufgeregt bin. Ich bin nur damit beschäftigt, meine sieben Sachen die ja mittlerweile alle schon im Koffer sind durch den Kopf gehen zu lassen. "Hab ich alles dabei? Habe ich auch nichts von meinem Waldfeenkostüm vergessen?" Mit diesen Fragen beschäftigt sich denke ich jeder bevor er auf eine Reise geht. Doch nach kurzer Überlegung bin ich mir sicher, dass ich alles schön in meinem Koffer verstaut habe und auch nichts vergessen habe.

Da ich manchmal ein sehr ungeduldiger und zugleich sehr pünktlicher Mensch bin, begebe ich mich schon zu unserem Treffpunkt vor meiner Haustür um kurz vor zwei Uhr. Zu meinem Glück herrschen draußen wunderbare Temperaturen. Ich muss aber auch nicht lange warten. Herr Strenger und seine liebe Frau sind auch ein bisschen früher dran, sodass ich nicht mal fünf Minuten warten muss. Wir wollen halt alle pünktlich am Flughafen sein ?

Auf dem Weg zum Flughafen sammeln wir unseren Reisemanager in Altenbüren ein. Wieso Reisemanager? Na weil Dominik Andreas alles für uns organisiert hat. Man glaubt gar nicht wie viel man Vorbereitungen für so eine Reise treffen muss. Aus diesem Grund bin ich ihm auch sehr dankbar, dass er alle Vorbereitungen für uns erledigt hat. Damit hat er mir sehr viel Arbeit erspart ;-)

Nach einer nicht zu langen Fahrt sind wir am Flughafen angekommen und treffen dort auf das Ehepaar Schrewe. Sie sind mit eigenem PKW angereist, da unser Bürgermeister leider schon vor uns das Reiseziel Nowgorod verlassen muss. Dieses Wochenende ist doch Schützenfest in Brilon und da muss der Bürgermeister nun mal anwesend sein.

Nach dem Check-In und einem Kaffee, um fünf Uhr morgens tut dieser bekanntermaßen ganz gut, können wir auch schon ins Flugzeug. Unser Flug dauert ca. drei Stunden und schon sind wir in Russland in St. Petersburg gelandet. Im Flugzeug haben wir mit Dominik versucht ein bisschen die Augen zu schließen. Schließlich haben wir alle schon lange nicht geschlafen, aber wirklich gelungen ist uns das nicht. Aber was soll´s, die Müdigkeit spüren wir vor lauter Aufregung noch gar nicht.

An der Gepäckausgabe bekomme ich ein bisschen Panik. Tausend Fragen schiessen mir durch den Kopf. "Ist mein Koffer auch wirklich da? Was mach ich bloß, wenn er irgendwo in Europa rumirrt und ich habe doch mein Kostüm da drinne? Ohne mein Kostüm kann ich Brilon nicht als Waldfee repräsentieren! Und was mach ich dann?" Naja, ich hab mir halt Sorgen gemacht. Aber nach kurzer Zeit taucht auch mein Koffer auf und mir fällt ein Stein vom Herzen.

Wir werden von einer ganz netten jungen Dame empfangen. Sie spricht mit uns auf Deutsch, und sie kann es sehr gut. Doch dann fällt ihr ein Wort nicht ein. Ich enthülle ihr mein Geheimnis und beichte ihr, dass ich sie auch auf Russisch verstehe. Die Erleichterung steht ihr im Gesicht geschrieben :-)

Jetzt müssen wir noch schätzungsweise drei Stunden nach Nowgorod mit dem Bus fahren. Am Ziel angelangt sind es tatsächlich fünf Stunden und gefühlte zwanzig Stunden. Man glaubt erst dann wie gut es uns in Deutschland und unseren ständig sanierten Straßen geht wenn man Stunden in einem klapprigen Bus auf Russlands Straßen verbracht hat.

Nach den ganzen Formalitäten kommen wir endlich in unserem wunderschönen Hotel auf. Es ist gepflegt und wir haben super Zimmer. Schnell fühl ich mich da wohl. Jetzt nur noch schön Abendessen mit allen zusammen und ich darf mich in das schon sehr verlockende Bett zum Schlafen legen. So nach mehr als 24 Stunden ohne Schlaf, schläft man selbst in einem Hotel auch ganz gut ?

 Internationale Hansetage in Nowgorod
Internationale Hansetage in Nowgorod
Die Briloner Waldfee Elena war die meist fotografierte und gefilmte Person auf den Hansetagen!
Die Briloner Waldfee Elena war die meist fotografierte und gefilmte Person auf den Hansetagen!
 

Donnerstag, 18. Juni 2009
Erster Tag in Nowgorod

Heute bauen wir unseren Stand auf. Wir sind sehr erleichtert, als wir unsere erste Ladung bekommen haben. Allerdings fehlt uns noch das wichtigste. Unsere Prospekte. Meine Muttersprache hat uns denk ich mal schon ein bisschen bei den organisatorischen Sachen sehr geholfen. Zumindest macht uns das vieles leichter. In der Zwischenzeit, also so lange wir auf unsere Prospekte warten, schauen wir uns ein bisschen bei den anderen Hansestädten um. Denen geht es auch nicht besser als uns. Es fehlen allen noch die Prospekte und Werbemittel.

Aber so ist das nun mal wenn man in ein anderes, nicht europäisches Land verreist, da läuft nicht alles glatt. Auf ein Mal sehen wir ein Fernsehteam auf uns zukommen. Die wollen wirklich ein Interview von uns haben. Nun gut, da ich die Russische Sprache beherrsche erklär ich mich dafür bereit.

Natürlich gibt Dominik mir ein paar Tipps, weil ich vor Aufregung nicht weiß was ich sagen soll. Das Interview dauert nicht lange, und doch spür ich noch ein Zittern in meinem Körper. Jetzt dauert es nur noch ein "paar" Stunden und wir bekommen unsere Sachen. Jetzt kann ich auch mit ruhigem Gewissen zurück ins Hotel fahren. Schließlich muss ich mich für die heute Abend stattfindende Eröffnungsfeier schick machen. Also mich in mein Kostüm schmeißen. Franz und Gerda Schrewe fahren auch mit mir zurück. Die beiden haben heute auch noch einen wichtigen Termin. Sie sind zu der Delegierten Versammlung eingeladen.

Ich treffe mich nachdem ich mich in Schale geschmissen habe treffe ich mich mit den anderen, also Dominik, Herr und Frau Stenger in einem Restaurant. Schon auf dem Weg dort hin werde ich von vielen Menschen nett angeschaut. Die haben glaub ich noch nie ne Waldfee gesehen! OK, die sieht man ja auch nicht jeden Tag :-)

Bei unserem sehr leckeren Abendessen treffen wir auf unsere Freunde aus Buxtehude. Diese haben sogar einen eigenen Dolmetscher dabei. Na gut wir brauchen ja keinen, wir haben ja mich ;-)))

Die Eröffnungsfeier
So langsam wird mir bewusst, wo ich bin. Ich bin Teil einer sehr großen und sehr wichtigen Veranstaltung. Es versammeln sich tausende von Menschen vor dieser riesengroßen Bühne. Kleine und Große, Junge und Alte Menschen sind da. Es ist überwältigend mit wie viel Interesse diese Menschen uns empfangen. Ich sehe diese ganzen Fernsehkameras und das Blitzlichtgewitter was uns umgibt, zeigt mir wie wichtig die internationalen Hansetage sind.

Gleich ist es so weit, wir werden gleich aufgerufen. Wir, Herr Schrewe und ich, werden auf die große Bühne als Vertreter der Hansestadt Brilon aufgerufen. Wenn ich ganz ehrlich bin, bekomm ich so ein bisschen "Pippi" in den Augen. Ich bin so stolz da drauf dabei sein zu dürfen. Es ist wirklich überwältigend. Auf der großen Bühne dann angekommen warten wir auf alle Vertreter der Hansestädte aus Deutschland und zu unseren Ehren wird die Deutsche Hymne gespielt und alle singen mit.

Ganz nebenbei: Wir haben es einfach beim singen, wir sind ganz viele auf der Bühne, doch die einzige Hansestadt aus Frankreich wurde durch eine einzige sehr mutige Frau vertreten. Und ich denke sie hat in allen einen großen Eindruck bei uns allen hinterlassen. So viel Mut muss auch belohnt werden, sie bekommt einen riesengroßen Applaus von uns allen. Leider hab ich bei der ganzen Aufregung nicht bedacht, dass Nowgorod ziemlich im Norden liegt, und bekanntermaßen dauert es hier sehr lange, bis es dunkel wird. Also müssen wir uns jetzt in der klirrenden Kälte noch ein bisschen auf die lang ersehnte Lichter- und Musikshow warten. Und ich hab doch nur das Kleid an, es kann ganz schön kalt werden wenn man nur da steht und wartet.

Herr Schrewe hat doch Mitleid mit der Waldfee und leiht mir seine Jacke. Trotz schlechten Gewissens, dass er jetzt auch frieren könnte (auch wenn er sagt er tut es nicht) nehme ich diese sehr nette Geste von ihm an. Denn es ist wirklich kalt und es tut gut ein bisschen Windschutz durch die Jacke zu bekommen. Also Herr Schrewe hat auf jeden Fall noch einen Gut bei mir. Ach ja, zwischendurch stößt auch unsere Dolmetscherin zu uns. Sie konnte uns einfach vorher nicht finden. Ist auch nicht ganz so einfach bei der Menschenmasse. Sie ist auch sehr erleichtert, als sie davon hört, dass ich sie sehr gut verstehe. Sie versteht uns auch sehr gut, und doch macht es sehr vieles einfacher, dass ich beide Sprachen gut beherrsche.

Die Lichter- und Musikshow beginnt und ich hab das Gefühl alle sind mucks Mäuschen still. Ruhe tritt ein und alle verfolgen mit viel Aufmerksamkeit die Show. Nun beginnt auch das Feuerwerk. Es ist atemberaubend. So gigantisch und so wunderschön. Ich hoffe ich kann es noch mal in meinem Leben sehen, allerdings glaub ich nicht wirklich da dran.

Um drei Uhr kommen wir im Hotel an. So langsam merk ich auch meine Beine und schon in vier Stunden muss ich aufstehen. Aber das macht nichts, denn es macht jetzt schon viel Spaß.

Freitag, 19. Juni 2009
Erster Tag des Hansemarktes

Nach einem gemütlichen Frühstück begeben wir uns zusammen auf den Hansemarkt. Bereits kurz nach zehn Uhr morgens (um zehn Uhr hat der Hansemarkt begonnen) ist schon sehr viel zu tun. Die Menschen reissen uns wortwörtlich die Prospekte aus den Händen. Und es geht nicht nur uns so. Also beschließen wir nach kurzer Zeit die Prospekte ein bisschen zurück zu halten. Damit wir auch noch am dritten Hansetag etwas zum Verteilen haben. Den interessierten Menschen kann ich viel über Brilon erzählen. Und sind total überrascht als sie mich auf Russisch sprechen hören. "Wie, Sie sprechen unsere Sprache und das auch noch so gut? Wie kommt das?" Das war einer der meist gestellten Fragen, die mir an diesen Tagen gestellt wurde. Ich habe auch kaum Zeit ein Bissen zu mir zu nehmen. Sie wollen alle mit mir ein Foto machen. Viele sprechen davon, dass sie mich im Fernsehen gesehen und möchten jetzt unbedingt ein Bild mit mir haben und auch gerne ein Autogramm. Irgendwie fühl ich mich ein bisschen wie ein VIP. Leider bin ich ein bisschen angeschlagen. Mich hat es voll erwischt. Ich hab Hals- und Kopfschmerzen. Ich denke ich bin erkältet. Allerdings macht das nicht viel aus, denn in der ganzen Aufregung und bei so viel Interesse der Menschen vergesse ich das schon mal.

Es kommt schon wieder dasselbe Fernsehteam von gestern auf uns zu. Sie möchten erfahren wie unser erster Tag verlaufen ist und wie wir die Eröffnungsfeier für uns war. Herr Schrewe und ich geben dem Russischen Fernsehteam ein Interview und sind sehr stolz da drauf.

Nach einem sehr langen und anstrengenden, und zugleich doch sehr interessanten und ereignisreichem Tag nehmen wir ein leckeres Abendessen und zwei Bierchen zu uns. So schön das Beisammen sein auch ist, müssen wir alle ins Bett um für den nächsten Tag wieder fit zu sein.

Der Grüne Hai.....die Waldfee ist kurzzeitig untergetaucht!
Der Grüne Hai.....die Waldfee ist kurzzeitig untergetaucht!

Samstag, 20. Juni 2009
Zweiter Tag des Hansemarktes

Heute stehen wir wieder allen interessierten Menschen zur Verfügung. Zwischendurch hat jeder von uns die Möglichkeit uns mal bei den anderen Hansestädten umzusehen. Ich habe für mich sehr vieles gelernt und gesehen. Es ist wirklich interessant die Städte, die eigentlich nicht weit von Brilon entfernt sind, kennen zu lernen. Alle haben etwas Besonderes zu zeigen. Salzwedel hat zum Beispiel eine Stadtwache als Repräsentanten, diese sind wie in den alten Zeiten gekleidet. Lippstadt hat einen Grafen, mit dem ich mich übrigens nicht einig werden kann. Wir diskutieren nämlich wer am allermeisten fotografiert wird, er oder ich. Naja das werden wir wohl nie irgendwie feststellen können ?

Heute Abend ist die Hanseparty. Hier sind alle Städte die zum Hansemarkt eingereist sind eingeladen. Das will ich mir nicht entgehen lassen und nehme gleich meine "Mädels" die ich dort durch die Veranstaltung kennen gelernt habe mit. Leider wollten die anderen nicht mitkommen, und das Ehepaar Schrewe hat uns ja heute Morgen schon verlassen. Auf der Party treffe ich den Bürgermeister von Nowgorod und den Hansechef Herrn Sachse.

Sonntag, 21. Juni 2009
Dritter Tag des Hansemarktes
Heute ist der letzte Tag des Hansemarktes. Ab ein Uhr mittags, fangen wir langsam an unsere Sachen zusammen zu packen und verschenken die letzten Waldfeenschnäpse an unsere Freunde von den anderen Hansestädten.

Herr Strenger und ich zu sind noch zu einem offiziellen Termin eingeladen. Die Stadt Pärnu in Estland, wo die nächsten internationalen Hansetage stattfinden werden, stellt sich den Delegierten vor. Sie verwöhnen uns mit zahlreichen traditionellen Köstlichkeiten und führen uns ihren nationalen Tanz vor. Wobei ich gleich mitmachen darf. Es ist eine sehr schöne und interessante Stadt. Ich bin jetzt schon traurig, dass ich nächstes Jahr nicht dabei sein kann. Aber vielleicht schaffe ich es ja privat mitzufahren.

Wieder zurück am Stand, machen wir uns jetzt mit allen wieder auf den Weg. Jetzt findet die Abschiedsparade statt. Alle Hansestädte, mit ihren Symbolfiguren, stellen sich in einer bestimmten Reihenfolge hintereinander auf. Wir gehen ganze zwei Stunden durch die Stadt. Die Straßen wurden unseretwegen abgesperrt und die Menschen haben sich am Straßenrand versammelt um uns auf wieder sehen zu sagen. Mir gehen ganz viele Gedanken durch den Kopf. Einer davon: "Als kleines Kind stand ich am Straßenrand und habe mit Bewunderung den Menschen die in der Mitte der Straße gehen mit ihren wunderschönen Kostümen zugesehen. Und jetzt bin ich diejenige die in der Straßenmitte gehen darf." Es macht einen schon stolz.

Im Kreml, dem Stadtzentrum von Nowgorod, sind wir nun angekommen. Hier haben wir unser Ziel der langen Parade erreicht. Nach ein paar kurzen, sehr bewegenden Reden des Bürgermeisters von Welikij Nowgorod und dem Hansechef Herrn Sachse, wird mir bewusst, das war's jetzt. Auch wenn mich meine Beine kaum noch tragen, bin ich ein bisschen, dass alles vorbei ist.

Heute Abend essen wir wieder gemeinsam, jedoch bekommen wir Gesellschaft von unseren Nachbarn, den Lippstädtern. Es ist ein sehr lustiger Abend und für mich vor allem auch sehr interessanter Abend. Für mich ist es schon sehr aufregend, unseren Bürgermeister zu kennen und heute Abend habe ich den Bürgermeister von Lippstadt kennen gelernt. Und mir wird Bewusst, das sind auch genau solche Menschen wie wir. Sie sind lustig, man kann sich mit ihnen unterhalten und natürlich auch ein Bierchen trinken ;-)

Montag, 22. Juni 2009
Unsere Abreise

Dieser Tag beginnt wieder sehr früh, und viel geschlafen habe ich auch nicht. Dadurch das ich noch einen angeheirateten Cousin in Welikij Nowgorod habe. Hatte ich das Glück, dass ich noch ein bisschen was von der Stadt und dem Leben dort sehen durfte. Aus diesem Grund macht es mir auch nicht aus, dass ich nur zwei Stunden geschlafen habe. Außerdem haben wir ja auch noch eine lange Busreise vor uns, da kann ich mich ja noch aufs Ohr legen.

Schön wär's. Wir sind ja nicht die einzigen im Bus und die Salzwedeler Stadtwache macht nie schlapp. Gut gelaunt singen sie Lieder und erzählen Märchen. Ich zapple nicht lange und schließe mich dieser lustigen Truppe an. Es ist eine sehr lustige Fahrt. Ich fühle mich in die zehnte Klasse zurück versetzt, als wir unsere Abschlussfahrt gemacht haben. So ungefähr fühl ich mich gerade. Irgendwann sind wir auch müde und schließen uns dem Rest der Busbesatzung an und dösen auch ein bisschen.

Nach dem Flug und der relativ kurzen Heimreise mit dem BWT – Bulli bin ich froh zu Hause angekommen zu sein. Es dauert nicht lange, dass sich meine Augen schließen und ich bis zum nächsten Morgen durchschlafe.

Und das Ende der Geschichte: Es werden die unvergessensten Tage in meinem Leben bleiben. Ich kann jedem jungen Mädchen nur empfehlen eine Waldfee zu werden. Wie Annette Kemmerling so schön sagt: "Es ist ein sehr wichtiger Mosaikstein in deinem Leben." Und das kann ich nur bestätigen. Man wächst durch Herausforderung. Man sollte diese annehmen und keine Angst davor haben.

 

Sonntag, 23. August 2009
Westfälische Hansetage

Nach einer langen Pause mach ich mich heute morgen wieder auf den Weg als Waldfee. Dominik holt mich gleich früh morgens ab, damit wir auch pünktlich zu Beginn der Westfälischen Hansetage in Medebach sind.

Es dauert nicht lange und schon bekommen wir Besuch von einer weiteren Symbolfigur aus der Nähe. Es ist das Haarmännchen aus Rüthen. Es ist interessant zu erfahren was die anderen so für Erfahrungen machen, doch es geht allen so wie mir. Die Kinder bereiten einem die größte Freude.

Aus diesem Anlass hab ich mich auf dem Weg gemacht um den Kindern auch eine kleine Freude zu machen. Dank Dominik´s Hilfe konnte ich den Kindern grüne Luftballons schenken, und die leuchtenden Augen der Kinder war das größte Geschenk für mich.

Die Westfälischen Hansetage in Medebach

Freitag, 28. August 2009
Altstadtfest in Brilon

Mein erster Gedanke heute Morgen: "Ich darf heute mit dem Bürgermeister das Altstadtfest eröffnen."

Ich bin allerdings auch schon sehr aufgeregt, und die Aufregung wird größer als auf unserem Markplatz die Bühne sehen. Ich hoffe nur, dass ich nicht viel sprechen muss. Das ist für mich nämlich immer eine große Überwindung.

Doch alles halb so wild, unser Bürgermeister hat mich gut eingeführt und ich durfte nur kurz die Eröffnung des Altstadtfestes bekannt geben. Eine Ehre für mich. Nach der Eröffnung machen wir noch zusammen mit Reinhard Sommer und Franz Schrewe und noch ein paar Begleitern eine kleine Stadtrundfahrt auf der historischen Postkutsche.

Es ist eine kleine Herausforderung mit meinem schönen Kleid nach oben auf die Kutsche zu kommen, doch mit der Hilfe des netten Kutschenfahrers meistere ich auch diese ;-) "Uuh, ist das hoch hier oben", sag ich noch zu dem Kutschenfahrer. Es ist allerdings eine sehr schöne Erfahrung mit so einer historischen Kutsche zu fahren.

Samstag, 29. August 2009
Altstadtfest

Neben unseren Freunden aus der Partnerstadt Heusden–Zolder haben wir unseren Stand. Eine perfekte Gelegenheit für mich, diese auch kennen zu lernen. Sie haben einen Riesen dabei, dieser hat sie vor ein paar Jahrhunderten vor Feinden beschützt. Er sieht auch ganz schön furchteinflößend aus.

Nach ein paar Rundgängen durch unsere schöne Altstadt, bewappnet mit ein paar Luftballons und Autogrammkarten begebe ich mich mit Herr Stockebrand zu einer Baumpflanzaktion mit unseren Freunden aus Belgien. Und schon hab ich mit der stellvertretenden Bürgermeisterin von Heusden–Zolder und noch ein paar Freunden den ersten Baum in unserem Bürgerwald bei Gudenhagen–Petersborn gepflanzt. Hier kann jeder Bürger einen Baum pflanzen, zur Wiederaufforstung nach dem schlimmen Kyrill Sturm vor ein paar Jahren.

Mit Gästen aus der belgischen Partnerstadt Heusden-Zolder im Bürgerwald
Mit Gästen aus der belgischen Partnerstadt Heusden-Zolder im Bürgerwald

Sonntag, 30. August 2009
Altstadtfest

Heute ist der letzte Tag des Altstadtfestes und zugleich verkaufsoffener Sonntag.

Ich habe heute zwei ganz tolle Kinder kennen gelernt. Durch einen kleinen Tipp einer Elfe habe ich erfahren was Paul auf dem Schulhof gemacht hat. Er ist ganz mutig einen Fahnenmast hoch geklettert unter dem Applaus der anderen Schüler. Das wollte ich Paul natürlich persönlich noch mal sagen, dass die Waldfee alles sieht und wie mutig, aber zugleich auch gefährlich ich das finde.

Bei dieser Gelegenheit habe ich seine kleine Schwester Clara kennen gelernt. Sie möchte auch mal eine Waldfee werden, was mich sehr erfreut.

 

Freitag, 25. September 2009
Eröffnung der Michaelis Kirmes / Fototermin

Letzte Woche hab ich erfahren, dass Bäckermeister Liese Waldfeenstollen gebacken hat. Vor der Kirmeseröffnung muss ich noch mal kurz zum Bäcker. Ein Foto mit dem Waldfeenstollen, Herr Liese und mir zu machen. Der Waldfeenstollen sieht zum anbeißen aus. "Mmh lecker!" denk ich da nur. Als Dankeschön, für den Fototermin bekomme ich von Herr Liese so einen Stollen auch geschenkt. Da kann der Kaffeklatsch mit meiner Familie ruhig kommen ;-)

Nach dem Fototermin begebe ich mich zusammen mit der Praktikantin von der BWT zum Marktplatz.

Mir fällt sofort eine nett bekleidete Dame auf. Das ist die Rosenkönigin unserer Partnerstadt Bukow. Schnell freunden wir uns an.

Zur Unterstützung habe ich heute auch die ehemaligen Waldfeen bei mir. Es ist schön, diese mal wieder zu sehen und ein paar Geschichten und Empfindungen auszutauschen.

Nach der netten Ansprache unseren Bürgermeisters und der Rede der Rosenkönigin bin ich nun an der Reihe. Es sind so viele Menschen die sich auf dem Marktplatz versammelt haben und nun darauf warten, dass ich die Michaelis Kirmes eröffne. Aus diesem Grund halte ich meine Rede auch nur ganz kurz und wünsche allen eine schöne Kirmes.

Zum Abschluss der Eröffnung machen wir noch alle gemeinsam einen kleinen Rundgang über die Kirmes, wo wir auch reichlich mit leckeren Getränken versorgt werden.

Freitag, 23. Oktober 2009
Hansefest in Wesel

Gleich früh morgens geht es mit Ines nach Wesel. Wir wollen ja nicht zu spät kommen und auch alles rechtzeitig aufbauen. Die Fahrt geht ohne Stau oder sonstige Pannen von dannen, zur Freude von Ines ;-)

Dort angekommen machen wir uns gleich auf zu unserem Stand, um alle Mitbringsel auszupacken und unseren Stand schön zu dekorieren.

Durch die Eröffnung der Bürgermeisterin von Wesel am frühen Nachmittag beginnt das Hansefest. Man lernt auch hier wieder sehr viele Menschen kennen. Z.B. sind heute die Soester und Paderborner auch mit ihren Ständen vertreten. Bei meinem Rundgang durch das Hansefest lerne ich sie auch besser kennen und zugleich noch ein altes Spiel. (Dieses hat einen ganz komplizierten Namen, den ich mir leider nie merken konnte.) Es war aber sehr amüsant.

Nachdem der offizielle Teil des Hansefestes für den heutigen Tag vorbei war, bin ich mit Ines zurück ins Hotel um mich umzuziehen. Heute Abend findet nämlich noch ein Treffen mit den Teilnehmern des Hansefestes statt.

Samstag, 24. Oktober 2009
2. Tag des Hansefestes

Nach einem ausgiebigen Frühstück im Hotel geh??4??pen wir mit Ines zurück an unseren Stand. Es ist schon einiges los. Viele Menschen sind hier schon eingetroffen und schauen sich interessiert unseren Stand und auch der anderen Städte an. Das Hansefest findet unter dem Motto "Historischer Markt" statt. Sehr viele Menschen haben sich hierzu Gedanken gemacht und schöne und leckere Sachen auf die Beine gestellt.

Auf meinem Rundgang treffe ich ein nettes Mädchen. Ganz fasziniert von der Figur, die ich symbolisiere erzählt sie mir ganz viel aus ihrem Leben und fragt mich auch aus. Leider alles auf flämisch ;-) Aber zum Glück ist ihre Mama dabei, die mir alles übersetzen konnte.

Sonntag, 25. Oktober 2009
3. Tag des Hansefestes

Heute ist der letzte Tag des Hansefestes in Wesel. Dies macht sich auch an unserem Stand bemerkbar. Fast alle unsere Prospekte und Schnäpse sind weg. Wir haben mit Ines gut verkauft. Es war schön zu sehen, wie viele Menschen von außerhalb an Brilon interessiert sind und sich Informationen dazu holen.

Für mich ist es allerdings die ganzen Tage über schon interessant gewesen, was die anderen Städte anbieten. Z. B. Zwolle, eine Stadt aus den Niederlanden, hatte selbstgemachten Senf dabei. Sehr lecker muss ich sagen.

Donnerstag, 14. Januar 2010
"Aufbruch zur "Grünen Woche" in Berlin
Kurz bevor mein Wecker klingelt werde ich wach. Ich bin schon sehr aufgeregt. Heute fahre ich mit dem Frauenchor "Just for Joy" zur Messe "Grüne Woche" nach Berlin. Natürlich stell ich mir die Frage, wie vor jeder Reise, "Hab ich alles dabei?". Laut meiner Liste ist alles im Koffer verstaut und das wichtigste, mein Feenkleid, unterm Arm. Jetzt kann es losgehen.

Beim Einsteigen merke ich schon, dass sich lauter nette Damen im Bus befinden. Ich bleibe auch nicht lange alleine sitzen. Eine freundliche Frau möchte sich neben mich setzen, und ich hab natürlich nichts dagegen. Wir haben uns sehr schnell angefreundet. Mein großes Glück das ich nicht alleine gefahren bin. Zum Abendessen habe ich mich dem Frauenchor dann auch einfach angeschlossen und weitere Bekanntschaften geschlossen. Beim Essen bekomme ich einen Tipp für ´s Leben. Erika erzählt unserer netten Runde wie man am besten nachts entspannt schlafen kann. "Die Zunge muss im Mund frei schweben und das Becken muss dahin fliesen." Wir haben uns großartig darüber amüsiert, aber den Tipp auch wahr genommen. Im Hotel angekommen, leg ich mich kaputt von der Reise, sofort ins Bett und teste gleich aus ob das auch so mit der Zunge funktioniert ;-)


Freitag, 15. Januar 2010
Messe "Grüne Woche"

Heute Nacht habe ich dank Erikas Tipp gut geschlafen. Nach einem ausgiebigen und leckeren Frühstück begeben wir uns alle zusammen auf die Messe. Im meinem rechten Ohr hör ich eine Elfe mir zuflüstern, dass meine Sitznachbarin Sigrid, mit der ich mich bereits sehr gut angefreundet habe, heute Geburtstag hat. Ich zöger nicht lange und wünsch ihr alles Gute und liebe zum Geburtstag. Ich hoffe es wird ein schöner Geburtstag für Sie.

Auf der Messe angekommen begebe ich mich zu unserem Stand der Region Hochsauerlandkreis. Dominik und die anderen Vertreter der Region sind auch schon da. Der "Chor 2000" hat heute seinen Auftritt auf der Bühne. Und weil alle dort schön zusammen stehen, bitten sie mich gleich auf die Bühne zu kommen um ein gemeinsames Foto zu machen. Ich freu mich über jede Anfrage und zögere nicht lange. Nachdem sie das letzte Lied gesungen haben, begebe ich mich auf die Bühne. Leider kennt die Moderatorin die " Briloner Waldfee" noch nicht und beschimpft mich als Hexe. Was ich überhaupt nicht nachvollziehen kann. Aus diesem Grund dementiere ich ihre Aussage gleich und erklär ihr wieso Brilon eine Waldfee hat. Beim nächsten Mal, wird sie hoffentlich wissen, wer die "Briloner Waldfee" ist und wird sie gleich auch so begrüßen, ansonsten könnte es passieren, dass die Waldfee wirklich zur Hexe wird ;-)

Das Programm von NRW ist interessant und wir ziehen auch viele Besucher an. Am späten Nachmittag hat auch der Frauenchor "Just for Joy" seinen Auftritt. Ich muss sagen so einen lebendigen und modernen Chor habe ich noch nie erlebt. Nach den ganzen Eindrücken des Tages auf der "Grünen Woche" sind wir noch zu Essen von der Landesvertretung in Berlin eingeladen.

Es ist ein großes und schönes Gebäude. "Frieda Braun" hat wieder einen Auftritt. Sie macht das richtig gut, wie auch schon auf der Messe. Diese Frau ist eine geborene Komikerin.

An den Köstlichkeiten wurde nicht gespart. Wir haben sogar einen DJ, der mich und die Mädels vom Frauenchor richtig in Stimmung bringt. Wir haben alle zusammen richtig Spaß und für mich ist es eine Ehre mit dem Frauenchor zu tanzen und zu lachen. Leider konnte unser Landtagsabgeordneter Prof. Dr. Patrick Sensburg nicht mehr mit uns tanzen. Sein Auto, das ihn wieder nach Düsseldorf zum nächsten Termin fährt, steht schon vor der Tür. Schade, wir hätten doch so gerne mit ihm noch ein Stündchen getanzt. Er wird hoffentlich sein Versprechen halten, und beim nächsten Mal mit uns tanzen.

Auch dieser Abend geht leider zu Ende. Geschlossen fahren wir nun wieder zum Hotel zurück. Morgen ist wieder ein anstrengender, aber bestimmt schöner Tag.


Samstag, 16. Januar 2010
Messe "Grüne Woche"

Heute darf ich eine Stadtrundfahrt, zusammen mit dem Chor, durch Berlin mitmachen. Wir machen uns gleich früh morgens auf den Weg. Es ist sehr interessant alle Sehenswürdigkeiten von Berlin zu sehen. Leider bleibt uns keine Zeit auch Besichtungen zu machen. Ich muss nämlich gleich wieder auf die Messe, damit mir noch genug Zeit bleibt, die Messe zu besichtigen. Dort angekommen leg ich mein schönes Kleid ab und sag Domi eben Bescheid, dass ich kurz über die Messe laufe. Es gibt viele interessante Dinge zu sehen und natürlich auch zu probieren. Leider hat der Magen eine Grenze, die bei mir dann auch schnell erreicht ist. Da es so viele Köstlichkeiten gibt. Kann mich gar nicht richtig entscheiden. Naja, man kann ja auch nicht alles probieren. Ich laufe schnell durch die Hallen um auch in kürzester Zeit alles zu schaffen. Es sind sehr viele Länder vertreten. Alle bieten ihre Nationalgerichte an und stellen ihr Land von der schönsten Seite vor. Ich sehe viele verkleidete Männer und Frauen. Ich muss aber sagen, mein Kostüm ist das schönste und außergewöhnlichste. Sonst sind nur Königinnen oder Prinzessinnen zu sehen, aber keine Fee. Stolz wie ein Oscar, dass ich so ein besonderes Kleid habe, schaue ich mir die anderen Figuren mit einem schmunzeln an.

An unserem Stand dann wieder angekommen, schmeiß ich mich wieder in Schale und lös Patrick Kessler ab. Er war heute auch da und hat unsere Region gut vertreten. Jetzt bin ich an der Reihe. Die Messe ist gut besucht, und somit hab ich und meine Kollegen auch die Gelegenheit unser schönes Sauerland vielen Menschen nahe zu bringen.

Abends hab ich mich auf den Weg ins Hotel zurück. Bin auch ganz schön geschafft. Im Hotel angekommen gönne ich mir noch einen "grünen" Cocktail (grün ist meine Lieblingsfarbe) und führe ein nettes Gespräch mit Herrn Strenger.


Sonntag, 17. Januar 2010
Heimreise

Heute geht es Richtung nach Hause. Ich bin schon ein bisschen traurig. Hätte doch gerne noch ein bisschen von der großen Stadt gesehen. Naja vielleicht kann ich das im Sommer nachholen. Jedenfalls fahr ich mit dem Frauenchor, der mich so gut aufgenommen hat, dass ich mich richtig wohl in der Runde fühle, nach Hause. Die Mädels haben sich auch für die lange Reise was Nettes überlegt. Ein kleines und einfaches Spiel was uns alle bisschen ermuntert hat.

Zu Hause lass ich alles noch mal Revue passieren. Ich bin sehr erfreut darüber, dass ich wieder so viele nette Menschen (damit ist zum größten Teil der Frauenchor "Just for Joy" gemeint) kennen lernen durfte. Aber das ich auch diese Erfahrung machen durfte, Teil eines Großen gewesen zu sein, und zwar der "Grünen Woche". Es ist wieder ein Baustein in meinem Leben.

 
 
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